One-man-show gegen das organisierte Verbrechen in Mexico City - ein Rachefeldzug erster Güte
Der ehemalige Killer Creasy (Denzel Washington) kommt durch seinen alten Kumpanen Rayburn (Christopher Walken) zu einem neuen Job in Mexico City mit dem er seine Alkoholsucht in den Griff bekommen soll. Seine Aufgabe: die Tochter stinkreicher Eltern beschützen. Denn in Mexico City treibt das organisierte Verbrechen sein Unwesen und hat sich als Hauptverdienstmöglichkeit das Kidnappen von Personen und anschliessendes Erpressen von Lösegeld ausgesucht.
Zu Beginn will Creasy auch nicht mehr mit der Kleinen Pita (Dakota Fanning) zu tun haben, als sie wortkarg zu beschützen und auf ihre Fragen nicht die Spur einzugehen. Natürlich schafft es Pita, das Eis zwischen Schulmädchen und Bodyguard zu brechen und *plop* - schon ist die Kleine von fiesen Erpressern entführt und Creasy beinahe ins Jenseits befördert worden.
Doch die Entführer haben ihre Sache nicht ganz ordentlich gemacht (trotz korrupten Bullen, die an dem Spektakel mitmachen), sonst wäre Creasy schon in den ewigen Jagdgründen, anstatt von der Reporterin Mariana (Rachel Ticotin) und ihrem Lover Manzano (Giancarlo Giannini) aus dem unsicheren städtischen Hospital in ein sicheres Hundekrankenhaus verfrachtet zu werden.
Noch immer schwer angeschossen startet Creasy einen Rachefeldzug sondergleichen, als er von Rayburn erfährt, die Lösegeldübergabe sei schief gelaufen und Pita umgebracht worden. Seine letzte Aufgabe: jeden einzelnen an der Entführung von Pita Beteiligten persönlich umzunieten…
Der Revenge-Plot des Films ist altbekannt, die Geschichte daher von Anfang an schon klar und ziemlich voraussehbar, aber der Film verliert nie an Spannung. Man merkt, dass mit Tony Scott ein erfahrener Regisseur am Werk ist, der es versteht, die Spannungsmomente richtig einzusetzen. Meisterhaft werden die Zuschauer emotional an die Charaktere gebunden. Trotz flacher Story driftet ‘Man on Fire’ nicht ins Kitschige ab und bereichert die Sparte der Actionfilme um einen sehenswerten Film mehr. Das ist sicherlich auch der Wahl und dem gekonnten Einsatz der Filmmusik zu verdanken, sowie der “lomographischen” Art, einige Szenen zu filmen.
Die schauspielerische Leistung von Denzel Washington muss ich nicht betonen. Christopher Walken ist (hier mal nicht als Bösewicht zu sehen) wie so oft überragend in seiner Rolle. Als er vom ehemaligen Interpol-Mann Manzano über Creasy gefragt wird, antwortet er trocken: “A man can be an artist… in anything, food, whatever. It depends on how good he is at it. Creasey’s art is death. He’s about to paint his masterpiece.”.
Königlich auch der Auftritt von Mickey Rourke als Anwalt von Pitas Familie. Wieviele Boxkämpfe hat er wohl seit Barfly über sich ergehen lassen müssen, um so ein Gesicht zu kriegen?
Fazit: Ein Actionfilm, der nicht soviel Action beinhaltet, wie ich erwartet hätte und richtig gute Unterhaltung bietet. Sehenswert!