2006-5-19

Filmkritik: The Da Vinci Code

gun @ 12:30

da-vinci-codeDas grosse ‘Blabla’ um Dan Brown und sein Buch The Da Vinci Code hat meiner Ansicht nach den Höhepunkt mit der Meldung der Kritiker von Cannes seinen Höhepunkt erreicht. Was soll man noch hinzufügen, wenn von “eisigem Schweigen” und “vereinzelt sogar Gelächter” die Rede ist.

Nichtsdestotrotz habe ich mir den Film gestern zu Gemüte geführt und - ich fand ihn gut! Nicht hervorragend, aber sicher nicht so schlecht, wie es manche Kritik dem Zuschauer glauben machen möchte. Allerdings ist anzufügen, dass es wohl einen grossen Unterschied macht, ob man die Romanvorlage gelesen hat oder nicht.

Wer darauf verzichtet hat, das Buch zuvor zu lesen, wird wohl leicht überfordert sein. Manche Zusammenhänge werden so schnell vermittelt, dass die Bildinformation und die Untertitel eine echte Herausforderung an die Auffassungsgabe der Zuschauer erfordern.

Hier kann auch eine - meiner Meinung nach - berechtigte Kritik angeführt werden. Gewisse Hintergründe erscheinen mir für den Film irrelevant, wurden aber eingeflochten. Andere Informationen, die der Geschichte zuträglich wären, werden einfach weggelassen oder nur kurz angeschnitten.

Da die Informationsflut der Geschichte erheblich ist und eigene Recherchen oder zumindest Zeit zum Verarbeiten braucht, ist es angenehm, wenn man sich bereits mit dem Buch auseinandergesetzt hat. Von diesem Blickwinkel aus ist der Film dann auch wirklich nicht schlecht umgesetzt. Die Schauspieler sind passend gewählt und die wichtigsten Punkte aus dem Buch sind treffend adaptiert worden. Die etwas ausgedehnte Erklärung vom Ursprung des Heiligen Grals ist auch im Buch ermüdend.

Dem Film kann also nicht viel entgegen gesetzt werden. Dann schon eher der Geschichte von Dan Brown. Nichts Neues also, wenn man sich die Mehrzahl der vergangenen filmischen Adaptionen von ‘guten’ Büchern nochmals vor Augen führt.

Der Hype dreht sich also wohl eher um die Story selber, denn um den Film. Die Geschichte ist bloss vom einen Medium in ein anderes gerückt worden.

2006-4-6

Hostel wird nicht gezeigt!!!

gun @ 11:14

zeitungsartikel-hostel-20min

Eli Roths neuer Film Hostel, auf den ich schon sehnlichst warte, wird nun von der Kitag in der gesamten Deutschschweiz doch nicht gezeigt (in der französischen Schweiz läuft der Film seit dem 1. März!!!). 20min hat gestern berichtet, dass sich Buena Vista überlege, den Film ganz aus dem Programm zu nehmen, was jetzt auch geschehen ist, wie die heutige Zeitungsmeldung verlauten lässt.

HALLO?!?!?!? Wo sind wir denn hier?!? Sehen wir bald nur noch Disney-Streifen und ultrablöde amerikanische Komödien im Kino? Ich habe diese Bevormundung satt.

Im Cineman-Forum habe ich einen interessanten Beitrag gefunden, den ich unkommentiert hier zitieren möchte:

Kaum zu glauben was sich da wieder abspielt. Zuerst jammern sie über massive Umsatzeinbussen und nun fördern sie mit dieser Massnahme auch noch indirekt die Videopiraterie. Ethische Gründe kann ich nicht nachvollziehen, denn bald fliegen ja auf der Leinwand hemmungslos Flugzeuge in Hochhäuser. Wer will das denn nochmals sehen?

2006-3-15

Filmkritik: Cabin Fever

gun @ 18:18

cabin-feverJawohl, es gibt einen Film weniger auf meiner Liste! In der gestrigen Vollmondnacht (oder ist der heute erst voll…?) habe ich mir Cabin Fever von Eli Roth angeschaut. Die DVD ist lange genug bei mir rumgelegen, und ich sollte sie wohl mal zurück geben. Wurde also höchste Zeit, dass ich mir den Streifen zu Gemüte führe.

Nun, als Fan des Horror-Genres wurde ich nicht enttäuscht, habe ich doch etliche Verweise auf bekannte Horrorfilme entdeckt (Evil Dead, Freitag der 13., Night of the Living Dead, Dawn of the Dead…), was dem Film nicht schadet. Geschickt kombiniert Roth bekannte Horrorelemente und bastelt sich so gekonnt seine eigene Story mit flotten Ideen zusammen, zeitweise ziemlich blutrünstig und manchmal richtig spannend.

Für ein Erstlingswerk muss ich sagen: Hut ab! Eli Roth hat jedenfalls gezeigt, dass er Filme machen kann. Das beweisen auch die DVD-Extras, in denen sich Animationsfilme von ihm befinden. Witzig ist auch die Option, den Film in “Chick Vision” zu schauen, bei der die schlimmen Szenen abgedeckt sind :-D

Langsam kann Hostel von mir aus im Kino anlaufen. Ich denke, ich bin einigermassen gerüstet (auch wenn ich meine Liste immer noch abarbeiten muss…).

2006-3-9

Filmkritik: Handyman

gun @ 19:04

handymanAb und zu passt auch mal eine Komödie in meinen Filmplan. Nicht, dass ich nicht gerne lache, dieses Genre ist aber weder in meiner DVD-Sammlung, noch in meine Kinoabende als fester Bestandteil integriert.

Es wurde aber Zeit, dass ich mir wieder mal einen Schweizer Film zu Gemüte führe. Also habe ich mir Handyman angesehen und wurde nicht enttäuscht!

Die Besetzung ist mit Marco Rima, Oliver Korittke und Regula Grauwiller passend zusammen gestellt und die Kurzauftritte von DJ Bobo, Fiona Hefti und Chris von Rohr wirken überaus erfrischend und - trotzdem sie aufgesetzt sind - überhaupt nicht plump.

Der Handlung tut es gut, sich nicht an amerikanischen Plotmustern zu orientieren, sondern die 5-Tage-zur-Traumfrau-Geschichte eigenwillig darzustellen.

Pluspunkte gibts von mir für die lockere Story, die sich nicht zu ernst nimmt, DJ Bobos Auftritt und natürlich der absolut scharfe Mustang, den der Protagonist Mike Dürst (Marco Rima) fährt :-D

2006-2-17

Filmkritik: Session 9

gun @ 18:58

session9Ich komme momentan fast nicht mehr zum Schreiben… leider! Daher ist es auch schon ?ºber eine Woche her, seit ich Session 9 gesehen habe.

Der Film funktioniert. Und er funktioniert gut! Jedenfalls schafft es der Regisseur, von Beginn des Films an eine Spannung zu produzieren. Und zwar gibt es Spannungen zwischen den Protagonisten. Es ist immer schwierig, sich als Zuschauer von zwischenmenschlichen Konflikten distanzieren zu k??nnen, und so baut Regisseur Brad Anderson klugerweise seine Spannungskurve nicht von Anfang an auf mysteri??sen Elementen auf.

Die Schauermomente erscheinen sp?§ter. Zur Tatsache, dass die Zuschauer ziemlich im Dunkeln tappen, wenn der Film die obligaten Fragen aufwirft, was da eigentlich vor sich geht, kommen ein paar unsch??ne Szenen und dunkle Vermutungen. Wenn der Film sich zum Schluss dann aufl??st, fehlt aber irgendwie doch ein bisschen Raffinesse, um den Psycho-Thriller l?§nger im Ged?§chtnis zu behalten.

Fazit: solide Arbeit, einigermassen gute Geschichte und die Besetzung ist auch nicht ?ºbel. Wenn man nix besseres vor hat, kann Session 9 schon unheimliche Stunden bescheren.